IWS

Interessengemeinschaft Warendorf-Süd


 

Zur Einberufung einer Verkehrswerkstatt zum Thema B 64n schreibt das IWS-Sprecherteam an Bürgermeister Jochen Walter folgenden Brief:

Betr.: Verkehrswerkstatt am 20.04.2007

Sehr geehrter Herr Walter,  

unsere Bürgerinitiative begrüßt die Einberufung einer Verkehrswerkstatt zum Thema B 64n.

Wir sehen in einer solchen Werkstatt ein ideales Instrument, in Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft strittige Fragen sachdienlich aufzuarbeiten. Neben den beiden bereits seit dem Jahre 2005 existierenden Verkehrswerkstätten, die in regelmäßigem Turnus tagen und in denen Mitglieder unserer Bürgerinitiative engagiert mitarbeiten, kommt der Einrichtung einer solchen Werkstatt insofern eine besondere Bedeutung zu, als die B 64n-Problematik in der Bevölkerung seit Jahren heiß und kontrovers diskutiert wird. Insofern versprechen wir uns von der Verkehrswerkstatt auch eine Versachlichung der verkehrspolitischen Diskussion.  

Im Folgenden schlagen wir exemplarisch einige Fragestellungen vor, die Gegenstand der Werkstattarbeit sein könnten und die – falls erforderlich auch unter Hinzuziehung von Fachleuten - miteinander erarbeitet werden sollten:  

  1. Welche Entlastung ist von der geplanten B 64n zu erwarten? In welchem Verhältnis steht diese zu neuen Belastungen am Stadtrand und in den Bauerschaften?
  2. Welchen Anteil am Verkehr auf der bestehenden B 64 hat der Durchgangsverkehr, welchen der sog. „hausgemachte“, sprich: Binnen-, Ziel- und Quellverkehr?
  3. Wie wird sich die B 64n aus Warendorfer Sicht wirtschaftlich auswirken? (Dabei sollten landwirtschaftliche Belange wie auch Angebote im - für das Münsterland bedeutsamen - Wirtschaftsbereich „sanfter Tourismus“ eine besondere Berücksichtigung finden.)
  4. Welche Einbußen sind für die Lebens- und Wohnqualität der in den westlichen, südlichen und östlichen Warendorfer Wohnvierteln, vor allem aber der in den Bauerschaften (hier kein Lärmschutz!) wohnenden Bürger zu erwarten?
  5. Wie wirkt sich der Bau der B 64n auf Natur und Landschaft im unmittelbaren Umfeld unseres Gemeinwesens aus? (Eine besondere Belastung dürfte die vorgesehene Führung der B 64n in Dammlage durch die Waldung „Landratsbüsche“ darstellen.)
  6. Welche Auswirkungen hat die B 64n auf die zurzeit noch vorhandenen idealen Angebote der Naherholung?
  7. Wie ist die Planung einer so groß dimensionierten Autoschnellstraße unter dem Aspekt der aktuellen Klima-Diskussion zu bewerten?
  8. Welche Bedeutung für die Diskussion um die B 64n und ihres Ausbaustandards haben die mehrfach veröffentlichten kritischen Einwände des Bundesrechnungshofes?
  9. Welchen Einfluss auf die B 64n-Diskussion hat die amtlich festgestellte rückläufige Verkehrsentwicklung auf der bestehenden B 64 wie auch die zu erwartende demografische Entwicklung? (Laut Demografiebericht des Kreises wird für den Kreis Warendorf eine Abnahme der Bevölkerung bis zum Jahr 2060 um 23 Prozent, für die Stadt Warendorf gar um 39 Prozent prognostiziert!)
  10. Wie ist die B 64n-Planung unter finanzpolitischen Aspekten zu bewerten?
  11. Welche sinnvollen Alternativen zur B 64n und zu weiterem Straßenbau sollten gezielt angegangen werden, um die Belastungen auf der Warendorfer B 64-Ortsdurchfahrt zu reduzieren und zur Förderung einer umweltfreundlichen und stadtverträglichen Mobilität beizutragen?

Sehr geehrter Herr Walter, diese und andere Themenschwerpunkte erfordern ganz sicherlich von allen Beteiligten ein hohes Maß an Sachorientierung wie auch an Fairness im Miteinander unterschiedlicher Positionierungen. Zu beidem möchten wir von Seiten unserer Bürgerinitiative unseren Beitrag leisten.  

Sowohl für die Veranstaltung am 20. April wie auch für die weitere Arbeit in der Verkehrswerkstatt wünschen wir Ihnen und der nominierten Moderatorin zum Wohle  unserer Stadt guten Erfolg.  

Mit freundlichen Grüßen,

Albert Leendertse.

(IWS-Schriftführer i. A. des Sprecherteams)

 

 

 

 

 

 

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Stand: 11. Januar 2008