Glocke 07-04-2017

 

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B 64n-Gegner wünschen Entlastung in den Orten

Herzebrock-Clarholz. Eine Umgehungsstraße oder doch eher eine Fernstraße? Ein Kosten-Nutzen-Verhältnis mit einer Wertung von 5,9 oder doch nur von 2,3? Fahren künftig 7.000 oder 10.000 Fahrzeuge täglich auf den Stra0en? Das komplexe Thema der B 64n hat der Verein "Kulturlandschaft" am Mittwochabend vor rund 120 Zuhörern erläutert.

Nicht nur Anhänger des Vereins, der sich bekanntermaßen für Alternativlösungen stark macht und einen Neubau der Bundesstraße ablehnt, hatten sich im Lila Schaf eingefunden. Das war auch so gewünscht, denn unter der Fragestellung "B 64n - Belastung oder Entlastung?" reihte der Verein Argumente auf, die aus seiner Sicht eben gegen den Neubau sprechen und den einen oder anderen Anhänger des Projekts hellhörig machen sollten.

"Seit mehr als 20 Jahren begleiten wir das Projekt mit kritischen Augen", begrüßte Elisabeth Meier als Vorsitzende des Vereins Kulturlandschaft Sundern-Samtholz-Brock die Gäste. Interessierte Einwohner aus der Gemeinde und aus Nachbarstädten, Bürgermeister Marco Diethelm (CDU), die Landtagskandidaten  Raphael Tigges (CDU) und Susanne Kohlmeyer (SPD) sowie weitere Vertreter aus der Politik waren gekommen. "Sie wissen um meine Position", sagte Meier und bemerkte, dass der Verein sich bemüht habe, für diesen Abend auch den Landesbetrieb Straßen NRW und die Verwaltung mit aufs Podium zu bekommen. "Beide Seiten haben das abgelehnt", sagte Meier. Wobei Referent Dr. Markus Mersmann später anmerkte, dass der Landesbetrieb es schlicht nicht leisten könne, alle Versammlungen zu dem Thema zu besuchen. Und seitens der Verwaltung ergriff Bürgermeister Diethelm für mehrere Minuten noch das Wort.

Hauptbestandteil waren Ausführungen von Dr. Markus Mersmann. Er widmete sich in seiner Präsentation dem aktuellen Planungsstand, den Auswirkungen, den Alternativen und kurz den weiteren Schritten des Projekts. "Wir nehmen Zahlen und Fakten als Grundlage, die öffentlich zugänglich sind", sagte Dr. Mersmann. Der Verein wisse um die Bedeutung und Belastung der bestehenden Bundesstraße für die Menschen und die Wirtschaft, stellte er voraus. "Entlastung ist wünschenswert." Auch wenn sich die Verkehre nicht so stark entwickelt hätten wie prognostiziert. Im Ortsteil Herzebrock ist die Frequenz auf der Bundesstraße sogar leicht gesunken", nannte er für 2015 eine Zahl von 14.600 Fahrzeugen täglich. Es gehe bei der B 64 neu von Münster bis Rheda-Wiedenbrück um überregionale Verkehrszüge mit einer Gesamtlänge von 29 Kilometern in mehreren Teilprojekten - und nicht um Ortsumgehungen, so Mersmann.

Widersprüche nicht aufgelöst

"Wir Herzebrock-Clarholzer stehen überhaupt nicht im Fokus der Planung", sagte Mersmann und hatte die Entlastung der beiden Orte im Blick.  Die gesamte Länge von 9,5 Kilometern auf Herzebrock-Clarholzer Gebiet laufe durch Landschaftsschutz- und Überschwemmungsgebiet.

Ob Fahrzeiten, Flächenverbrauch, Ausbaustandard oder Verkehrsaufkommen: Mersmann nannte ein Reihe von Zahlen und Daten - die Bürgermeister Marco Diethelm nicht unkommentiert ließ. "Die Belastungszahlen stimmen nicht." Beide Seiten beriefen sich auf - aus ihrer Sicht - richtigen Prognosen und Zählungen, die sich teils deutlich unterschieden. Auch was die Kosten anging: Nach Mersmann wurden im Jahr 2014 für die ganzen Teilabschnitte gut 130 Millionen Euro - ohne Nebenkosten - kalkuliert. Inzwischen würden die Gesamtkosten bei 203 bis 211 Millionen Euro liegen, so Mersmann.  Eine Zahl, die Diethelm als viel zu hoch wertete.

"Es gibt einen klaren Ratsbeschluss für diese Straße", unterstrich Diethelm. Dazu äußerte sich nachher Karl-Heinz Grundmann. Als ehemaliges Ratsmitglied stellte er fest, dass sich vor Jahren eine große interfraktionelle Ratsmehrheit für den Neubau ausgesprochen habe - allerdings unter anderen Bedingungen. Zum ehemaligen Zeitpunkt sei man noch von einem plangleichen Ausbau einer Umgehung ausgegangen und nicht vom heutigen Ausbaustandard.

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Stand: 23. April 2017