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Interessengemeinschaft Warendorf-Süd

Glocke 13-03-2007

 

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Abkehr von der B 64n ist der wichtigste Dienst am Klima

Der SPD-Ortsverein Warendorf hatte am 1. März einen prominenten Wissenschaftler zu Gast: Dr. Manfred Stock vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). In seinem Vortrag warnte Stock vor dem "globalen Klima-GAU". 

In seinem Leserbrief vom 13.03.2007 fordert das grüne Ratsmitglied Thomas Lins als verkehrspolitische Konsequenz aus der Schreckensvision die Abkehr von der B 64n-Planung.

Der Klimakollaps ist das derzeitige Medien-Mega-Thema. Zu erdrückend die Gewissheit, dass sich schnellstens in unserem Verhalten radikal etwas ändern muss. Dabei geht es nicht mehr um die Abwendung sowieso schon dramatischer Veränderungen, sondern nur noch um die Verhinderung schlimmster und menschlich nicht mehr beherrschbarer Szenarien, wie der Klimaforscher Dr. Manfred Stock in Warendorf vor einer Woche überzeugend darlegte. „Wenn wir jetzt nichts tun, dann gnade uns Gott!“, sein Statement. Es ist also schon fünf nach zwölf, wie auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel zurzeit immer wieder betont und größte Anstrengungen einfordert.

Ein Paradigmenwechsel auf allen politischen Handlungsebenen ist zwingend, also folgerichtig auch auf der kommunalen Entscheidungsebene. Neben konsequentem Energiesparen und der Förderung regenerativer Energien bedeutet dies auch eine andere lokale Verkehrspolitik. Umweltfreundliche Verkehre wie Fahrrad- und Bahnverkehr müssen so effektiv wie möglich gefördert werden, für weiteren großflächigen Straßenbau kann es keinen vernünftigen Grund mehr geben. Die Abkehr von der B64n ist wohl der wichtigste Dienst am Klima, den wir auf lokaler Ebene leisten können. Dafür gibt es mehrere Gründe:

- Fernverkehrsverbindungen vom Kaliber der B64n setzen noch immer auf eine Ausweitung des Systems Straße und damit für Jahrzehnte auf Fahrzeuge mit CO2-relevanten Verbrennungsmotoren.

- Schon der mögliche Bau der Straße ist durch die enorme Flächenversiegelung ein riesiger Klimafrevel.

- Die neue Straße vergeudet zig Millionen Euro für die Schädigung des Klimas anstatt das Geld z.B. in den zukunftsweisenden Bahnverkehr zu investieren.

- Die demografische Entwicklung und die jüngsten offiziellen Zahlen der Verkehrszählungen besagen, dass die Straße immer weniger nötig ist. An allen Zählstellen zwischen Raestrup und Herzebrock-Clarholz ist der PKW-Verkehr seit 1995 zurückgegangen, teilweise um über 20%. Dem leicht angewachsenen LKW-Verkehr kann politisch durch Bemautung oder fiskalische Maßnahmen der Boden entzogen werden. 

Wer immer noch meint, eine neue Straße vom Kaliber der B64n habe keine massiven klimaschädlichen Auswirkungen, der lasse sich von der Wissenschaft eines Besseren belehren. Wer behauptet, man könne die vermeintliche Sicherung von Arbeitsplätzen gegen ökologische Notwendigkeiten aufrechnen, der führt eine Diskussion von vorgestern und verkennt obendrein, dass einzig der technologische Fortschritt einer klimaschonenden Wirtschaftsweise auf Dauer Arbeitsplätze sichert. Wer meint, Klimaschutz sei viel zu teuer und politisch nicht durchsetzbar, der ignoriert, dass das Zeitfenster zu handeln extrem eng geworden ist und heutige Untätigkeit in ein, zwei Dekaden zu volkswirtschaftlichen Verwerfungen größten Ausmaßes führt.  

Wann werden die Warendorfer Christdemokraten den Mut aufbringen und eingestehen, dass der Neubau großflächiger Straßen eben nicht kompatibel ist mit dem Auftrag zum Erhalt der Schöpfung und unserer Lebensgrundlagen?

Wann werden die Sozialdemokraten erkennen, dass die beginnenden Klimaveränderungen höchst unsozial sind, weil sie gerade die Menschen existenziell treffen, die an den CO2-Emissionen kaum beteiligt sind? Wann werden sie dann den Bürgern sagen, dass gerade wir als Hauptverschmutzer unser Verhalten ändern müssen und eben nicht mehr das System Straße forcieren dürfen?

Grüne und Umweltschützer haben schon vor über zwanzig Jahren mit Begriffen wie Energie- oder Verkehrswende dringende Veränderungen angemahnt. Damals wurde dies gerne als realitätsferner Öko-Idealismus verspottet. Heute ist klar: Hätten wir früher gehandelt und perversen Entwicklungen wie zum Beispiel Fliegen zum Taxipreis nicht den Raum gegeben, bräuchten wir jetzt nicht so heftig gegenzusteuern. Aber ich verspüre nicht die geringste politische Genugtuung darüber, dass uns die dramatische Entwicklung Recht gibt. Das Thema ist zu wichtig für politische Eitelkeiten und fordert spätestens jetzt die Anstrengung aller. Eine technologische Revolution fordert nicht nur der Klimaforscher Stock. Er ist optimistisch, dass dies mit der menschlichen Intelligenz möglich ist. Hoffen wir, dass auch wir in Warendorf diesen Weg mitgehen können.

 

 

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Stand: 13. März 2007