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Interessengemeinschaft Warendorf-Süd

Glocke 19-04-2008 (II)

 

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Sehen die neue Verkehrsuntersuchung skeptisch: (v. l.) die B 64n-Gegner Albert Leendertse (IWS), Udo Gohl (IWS), Bernhard Kremann (BVW) und Wilhelm Thumel (IWS).                                                                            Bild: Kraneburg

IWS: Zweifel an Verkehrsprognose sind angebracht

Warendorf. "Die Verkehrszahlen für Warendorf sind schon im Ansatz zu hoch angesetzt", befürchtet Albert Leendertse von der IWS, dass eine jetzt bekannt gewordene Verkehrsuntersuchung im Rahmen der B 64n-Planung Öffentlichkeit und Behörden ein falsches Bild vermitteln könnte.

"Wenn schon die Basiszahlen für die Verkehrsströme in Warendorf zu hoch sind, teilweise um bis zu 4000 Kfz-Bewegungen, kann die Prognose auch nicht stimmen", glaubt Leendertse, dass die Untersuchung einer genauen Überprüfung nicht standhalten werde. Die jetzt kritisierte Prognose rechne mit einer Zunahme der Kfz-Bewegungen von rund zwölf Prozent im Jahr 2020, falls die B 64n nicht gebaut werde. Die jüngsten amtlichen Zählungen hätten aber ergeben, dass der Verkehr in und um Warendorf eher abnehme. Entlastungen durch andere Straßenbaumaßnahmen seien laut Bundesstraßen-Gegner von IWS und BVW in der vorliegenden Untersuchung viel zu gering angesetzt worden. Leendertse: "Allein für den Fall des Weiterbaus der Stadtstraße wurde immer mit einer Abnahme des Innenstadtverkehrs von bis zu 25 Prozent gerechnet - die Untersuchung geht jetzt für alle Entlastungsmaßnahmen nur noch von einer Verkehrsreduzierung von zehn Prozent aus." Da könne doch etwas nicht stimmen.

Vielmehr drängt sich Albert Leendertse der Eindruck auf, dass dieses Zahlenwerk "zielorientiert" als Argumentationshilfe für die B 64n-Befürworter erstellt werde. IWS und BVW setzten derweil auf Zeit. Udo Gohl: "Vor Jahren wurden überall Neubaugebiete ausgewiesen. Heute wird man die Grundstücke kaum mehr los - das wird auch im Straßenbau so kommen - man wird diese großen Straßen nicht mehr benötigen."

Artikel "Emsbote", Westfälische Nachrichten vom 19.04.2008:

Erhebliche Zweifel an der Seriosität

- IWS stellt Verkehrsuntersuchung in Frage - 

Warendorf. Erhebliche Zweifel hat die Interessengemeinschaft Warendorf-Süd (IWS) an Darstellungen und Empfehlungen eines 64-seitigen Verkehrs-Gutachtens zum Neubau der B 64n, das der Landesbetrieb Straßen im Jahr 2005 beim Aachener Ingenieurbüro IVV in Auftrag gegeben hatte. Das Werk, dessen Kurzfassung kürzlich - und damit erst rund zwei Jahre nach Fertigstellung - den Mitgliedern des Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschusses zugegangen ist, operiere mit "aufgeblähten Zahlen", findet Albert Leendertse, Vorstandsmitglied der IWS.

Diese hatte gestern Abend zu einem Pressegespräch eingeladen, an dem auch die IWS-Sprecher Udo Gohl und Wilhelm Thumel, IWS-Vorstandsmitglied Rolf Röhling, Gerd Nergert (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Bernhard Kremann von der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW) teilnahmen.

Die IWS, die mit ihren Bedenken nun Behörden und politische Gremien konfrontieren wird, moniert "auffällig große Differenzen" zwischen den von der IVV bei Zählungen ermittelten Ergebnissen und den Resultaten der amtlichen Straßenverkehrszählungen der Jahre 1995, 2000 und 2005. Die Zahlen differieren zum Teil in einer Größenordnung von mehr als 4.000 Fahrzeugen täglich.

Die Bundesverkehrszählungen der Jahre 2000 und 2005 hätten - anders als das Ingenieurbüro - eine "rückläufige Verkehrsentwicklung ermittelt, geben die Kritiker zu bedenken. Und finden: "Wenn schon die Ausgangszahlen der Prognose fraglich sind, stellt sich die grundsätzliche Frage nach der Seriosität der Prognose selbst." Straßenbaumaßnahmen wie der sechsstreifige Ausbau der A 1 zwischen dem Autobahnkreuz Kamen und Osnabrück oder auf der A 2 zwischen dem Kamener Kreuz und dem Kreuz Bielefeld sowie der Lückenschluss der A 33 zwischen Bielefeld und Osnabrück dürften nach Ansicht der IWS (die in diesem Zusammenhang einmal mehr die Fertigstellung der entlastend wirkenden Stadtstraße Nord ins Gespräch bringt) die Situation auf der B 64 entspannen. Die IVV dagegen geht von einer Verkehrsabnahme von lediglich 10,4 Prozent durch diese Baumaßnahmen aus. Mit dem Bau der B 64n würde der Ost-West-Verkehr in Warendorf laut IVV-Untersuchung um 29 Prozent zunehmen. Gerd Nergert sieht sich damit bestätigt: "Wer Umgehungsstraßen sät, wird Verkehr ernten."

 

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Stand: 28. April 2008