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Glocke 20-04-2016

 

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Gutachten zum Straßenbauprojekt

B 64n-Kritiker:

höhere Kosten, geringerer Nutzen

 

 

Von unserem Redaktionsmitglied NICOLE FENNEKER

Warendorf / Beelen / Herzebrock-Clarholz (gl). Der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) fußt in Sache B 64n zu großen Teilen auf falschen Berechnungen - das war der Tenor einer Pressekonferenz, zu der gestern vier Bürgerinitiativen eingeladen hatten, die dem Straßenbauprojekt kritisch gegenüberstehen. "Wir können die Berechnung fachlich nicht nachvollziehen", sagte Wulf Hahn vom Planungsbüro RegioConsult, der im Auftrag der so genannten G4 ein Gutachten zur B 64n erstellt hat.

Einige Kernpunkte des Gutachtens:

Flächenverbrauch: Der BVWP gibt den notwendigen Flächenverbrauch für die B 64n mit 86 Hektar an. Diese Zahl zweifeln Gutachter und Bürgerinitiativen stark an - Gutachter Hahn hat stattdessen einen Verbrauch von bis zu 511 Hektar ermittelt. Bei seinen Berechnungen stützte er sich unter anderem auf das Fallbeispiel der B 252n in Hessen. "Es ist ganz klar, dass der Flächenverbrauch viel höher sein wird", betonte der Diplom-Geograf.

Kosten: Statt 137 Millionen Euro Projektkosten, wie im BVWP angegeben, ergeben die Berechnungen von RegioConsult Kosten von 200 Millionen Euro. Die Planer kommen damit auf ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,3 im BVWP ist diese Kennziffer mit 5,9 angegeben. Rechne man den negativen Nutzen für die Landwirtschaft sowie die Kosten der Eingriffe in Natur und Landschaft hinzu, würde sich dieses Verhältnis weiter verschlechtern, sagte Hahn. Albert Leendertse von der Interessengemeinschaft Warendorf-Süd (IWS) fand dazu deutliche Worte: "Die Absicht des Bundes ist es, den Nutzen hochzuheben und die Kosten gering zu halten, da wird auch manipuliert."

Umwelt: Die Umgehungen haben mit dem geplanten Trassenverlauf Auswirkungen auf das Wasserschutzgebiet in Vohren und Überschwemmungsgebiete in Beelen. In Herzebrock-Clarholz seien die Eingriffe in die Umwelt mit Überschwemmungsgebieten und Klosteranlage "am massivsten", sagte Hahn. Auch Waldflächen seien betroffen.

Fehlende Planungen: Entgegen der gesetzlichen Vorgaben seien Alternativen (etwa zur dreispurigen Straße) nicht geprüft worden, sagte Hahn. Zudem gebe es noch keine Angaben zu dem Wirtschaftswegenetz, das neu geplant werden müsse.

Bedarf: Entgegen der Eingruppierung im BVWP sei kein Bedarf für den Ausbau der gesamten Strecke erkennbar.

"Ziel ist es, die A 2 zu entlasten"

Mit der Vorstellung des BVWP habe man die Katze aus dem Sack gelassen, sagte Karsten Birkemeier von den Naturfreunden Beelen. "Das Ziel ist es, mit der B 64n die A 2 zu entlasten." Das Projekt werde als großer Nutzen für die Region verkauft. "Doch es ist ein Schaden für unsere Region und die hier lebenden Menschen." Er knöpfte sich die Argumente der Befürworter vor: Die Verkehrsbelastung sei höher statt geringer. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis von 5,9 sei schöngerechnet, weil man die B 51 zwischen Handorf und Telgte mit einberechnet habe. Auch stellte er in punkto Verkehrssicherheit den Vergleich der dreispurig (2+1) geplanten B 64n mit der B 54 zwischen Münster und Steinfurt an: Dort gebe es zahlreiche, auch tödliche Unfälle, deswegen wolle man sie nun zu einer vierspurigen Straße ausbauen. "Entweder bekommen wir hier also auch eine Todesstrecke, oder später eine vierspurige Straße."

 

 

 

 

 

 

 

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Stand: 28. Mai 2015