Glocke 21-10-2017

 

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IWS-Jahreshauptversammlung am 19. Okt. 2017

 

Nicht im Bild: Christine Sorge, Isabel Heseker und Manfred Lensing-Holtkamp

 

B 64n-Kritiker nehmen Angebot zum Gespräch an

22 Beitrittserklärungen im laufenden Jahr stärken die Interessengemeinschaft Warendorf-Süd (IWS) mit ihren mehr als 500 Mitgliedern im Kampf gegen die Planungen und den Bau der B 64n. Zur Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend im Saal Porten Leve konnte Sprecher Udo Gohl unter anderem auch Straßenbaugegner aus Herzebrock-Clarholz, Beelen und Everswinkel begrüßen.

Mit Blick auf die Mitgliederentwicklung konnte Albert Leendertse ein positives Fazit ziehen. Geschäftsführender Sprecher Udo Gohl wies auf zahlreiche Aktivitäten und viel Medienpräsenz der IWS hin. Eine zentrale Veranstaltung war die Podiumsdiskussion vor der Bundestagswahl mit rund 250 Teilnehmern am 12. September in Haus Allendorf.

In Zusammenarbeit mit Grafik-Designerin Christine Sorge, Vorstandsmitglied der IWS, ist ein Faltblatt erstellt worden, das die Auswirkungen des Baus der B 64n in der bis jetzt geplanten Form  auf die Umgebung plakativ vor Augen führen soll. In Anlehnung an die Beelener Argumentation lautet die Schlüsselfrage: "Was ist gut für Warendiorf?".

Diese Frage steht auch im Zentrum einer Power-Präsentation "Bundesfernstraße B 64n/B 51 - für die Region oder über die Region hinweg?", die für die Veranstaltung am 12. September erstellt worden war. Daran anknüpfend entwickelte sich bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend eine engagierte Diskussion. Einer Einladung der CDU zu einem Gespräch am 7. Dezember in der Landvolkshochschule Freckenhorst will die IWS folgen und gemeinsam mit den Vertretern der anderen B 64n-kritischen Initiativen das Gesprächsangebot der Befürworter der aktuellen Planung annehmen. Franz-Ludwig Blömker (SPD) und Jessica Wessels (Grüne) fassten die aktuelle Gemengelage zusammen und wiesen darauf hin, dass sich die SPD von der "großen Lösung" distanziere.

Das neue Vorstandsteam bilden die drei Sprecher Udo Gohl, Wilhelm Thumel und Christine Sorge, Irmgard Knetter (Kassiererin), Sibille Schneider (Schriftführerin), Isabel Heseker, Thomas Lins, Thomas Seyfarth, Paulo da Silva, Rolf Röhling und Manfred Lensing-Holtkamp (alle Beisitzer). Aus der Vorstandsarbeit verabschiedet hat sich Urgestein Albert Leendertse, dessen Aufgaben auf verschiedene Schultern verteilt werden sollen.

Weniger Verkehr auf der alten B 64

Nicht zuletzt wegen sinkender Verkehrsbelastung der heutigen B 64 sieht die IWS den Bau einer groß dimensionierten B 64n als überflüssig an. Bei der Versammlung wurden die offiziellen Zahlen von Verkehrszählungen aus einer Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) zum Beweis angeführt. Dabei wurden zur Feststellung der Verkehrsentwicklung auf der B 64 die Verkehrszahlen des Jahres 2015 prozentual in Beziehung gesetzt zu den Zahlen der Jahre 2000 und 2010. Die wichtigsten Ergebnisse laut IWS: An allen vier Zählstellen im Verlauf der B 64 "westlich Warendorf bis östlich Beelen" sei sowohl langfristig als auch bezogen auf die fünf vergangenen Jahre eine rückläufige Verkehrsentwicklung festzustellen. Westlich von Warendorf und auf der Warendorfer B 64-Ortsdurchfahrt gebe es deutlich weniger Schwertlastverkehr als in den früheren Jahren. Auch der PKW-Verkehr habe abgenommen.

 

 

Albert Leendertse: 30 Jahre B 64n-Widerstand

Albert Leendertse, langjähriger Schriftführer und Protagonist der Bürgerinitiative IWS, hat in der Jahreshauptversammlung sein Vorstandsamt niedergelegt.

Udo Gohl als Sprecher der Initiative verwies in seiner Dankesrede darauf, dass Leendertse bereits 1987 in einem Vorläufer der IWS gegen die B 64n aktiv geworden sei. Am 3. Juni 1993 habe Leendertse dann die IWS als Verein mitgegründet. Gohl lobte Leendertse als Motor der IWS, der durchaus hartnäckig mit viel Engagement und Sachverstand gearbeitet habe. Gohl hofft, dass Leendertse auch ohne Amt weiterhin der IWS mit Rat und Tat zur Seite stehe.

Thomas Lins als Vorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) im Münsterland dankte Leendertse vor allem für den Schwenk, den die IWS vor zwanzig Jahren vollzogen habe. "Bis dahin betrieb die IWS St.-Florians-Politik und wollte die Straße nicht hier, sondern woanders haben", erläuterte Lins, "seit diesem Schwenk lehnt die IWS neue Straßen ab, fördert und fordert Alternativen und ist zu einer Umweltschutz-Initiative und damit Partner von BUND, NABU und VCD geworden."

Auch die befreundeten Initiativen gegen die B 64n aus Beelen und Herzebrock-Clarholz sowie die Warendorfer Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW) dankten Leendertse für sein Engagement. Gottfried Pavenstädt sprach für die Herzebrock-Clarholzer "Kulturlandschaft Sundern - Samtholz - Brock, Andreas Künnemeyer für die Initiative "Naturfreunde für Beelen" und Bernhard Kremann für die BVW.

In seiner Abschiedsrede wies Leendertse darauf hin, dass in seinem Weggang auch eine Chance liege: "Jüngere Leute können jetzt Verantwortung übernehmen und frischen Wind in die Arbeit bringen." Er ließ die Arbeit in den letzten drei Jahrzehnten Revue passieren und dankte ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern.

Symbolisch übergab er Udo Gohl den IWS-Stempel mit dem IWS-Wappen: "Der Igel ist ja ein nützliches und freundliches Tier, aber er kann bei Gefahr auch seine Stacheln zeigen. Das passt zu uns", schloss Leendertse schmunzelnd.

Er freute sich über den Blumenstrauß und die anderen Präsente, die seitens des IWS-Vorstands Christine Sorge und Isabel Heseker ihrem langjährigen Mitstreiter überreicht hatten.

 

Drei Fragen an...

Albert Leendertse, viele Jahre ein Sprecher der IWS:

"Die Glocke": Was geben Sie Ihren Nachfolgern mit auf den Weg?

Albert Leendertse: Es ist gut, dass wir schon so lange bei der Arbeit sind und früh die Gefahren erkannt haben, die von den Planungen ausgehen - im Unterschied zu all den Leuten,  die immer noch vom Heil der "Umgehungsstraßen" träumen. Nur weil wir früh angefangen haben, wurde es möglich, dass wir uns bis heute gut aufstellen konnten.

"Die Glocke": Der Verein hat seit vielen Jahren mehr als 500 Mitglieder. Was bedeutet das für den Stellenwert der IWS in der politischen Diskussion?

Leendertse: Das gibt uns die erforderliche Rückendeckung. Zudem erfreuen wir uns guter Nachbarschaft mit den anderen Initiativen in Herzebrock-Clarholz, Beelen und Telgte, mit denen wir nun auch schon seit einigen Jahren in der G4 eng zusammenarbeiten. Und es ist ein Glück, dass wir in Warendorf mit der BVW noch eine weitere B 64n-kritische Initiative haben.

"Die Glocke": Was heißt das für die Substanz im Widerstand gegen die B 64n?

Leendertse: Der Verbund mit den Eigentümern und Landwirten ist vor allem auch im Blick auf ein mögliches Klageverfahren ein wichtiger Faktor. Ganz entscheidend ist auch unsere Zusammenarbeit mit den Umweltverbänden. BUND und Nabu ist das Verbandsklagerecht zugestanden. Im Blick auf das Verwaltungsgerichtsverfahren werden wir bereits jetzt durch Juristen gut beraten. Besser wäre es ohne Frage, wenn ein Umdenken in der Politik eingeleitet werden könnte. Ein erfreuliches Anzeichen dafür sehen wir im Beschluss des Beelener Gemeinderats vom 11. Mai. Hoffnung verbinden wir mit der Absatzbewegung der Warendorfer SPD von der "großen Lösung".

 

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Stand: 29. Oktober 2017