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Interessengemeinschaft Warendorf-Süd

Glocke 24-07-2006

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Arbeitsplatz-Argument fadenscheinig

 Zum Thema B 64-Südumgehung schreibt Heinrich Hellmann, Diekamp 42, 48231 Warendorf:

 Vor etwa 20 Jahren wurde durch die verantwortlichen Verkehrsplanungsbehörden der Bau einer Autobahn durch den südlichen Altkreis Warendorf gerade noch gestoppt.

Nun sollen die Verkehrsprobleme um Warendorf und weitere zwischen Münster und Bielefeld durch eine 2+1-Schnellstraße als B 64 neu geregelt werden. Große rote Plakatwände verkünden: 77 Prozent PRO. Wer sich je mit Meinungsumfragen und Abstimmungsverfahren beschäftigt hat, weiß mit welchen Tricks erwünschte Ergebnisse produziert und den Menschen als repräsentativ vermittelt werden können. Hier wird ein Verfahren, das eigentlich zu den Spielregeln einer parlamentarischen Demokratie gehört, lächerlich gemacht.

Wer legitimiert „77 Prozent“, zu entscheiden, dass eines Tages Menschen nach Jahrzehnten der Ruhe ihr Leben hinter Lärmschutzwällen zu verbringen haben? Wer gibt „77 Prozent“ das Recht zu fordern, dass Landwirte Haus, Hof und Existenz aufgeben müssen?

Die Initiative pro Umgehung wird nicht müde zu behaupten, dass durch eine schnellere Verbindung zwischen Bielefeld und Münster im hiesigen Raum mehr Arbeitsplätze entstehen. Ein unheimlich starkes Argument – nur trifft es mit Sicherheit nicht zu. Eine 2+1-Schnellstraße provoziert und produziert mehr Verkehr, weil unter anderem Arbeitssuchende trotz sinkender Kilometerpauschale zu wachsender Mobilität gezwungen werden.

Die ganze Fadenscheinigkeit von der Entstehung neuer Arbeitsplätze wird in der Tagesaktualität deutlich: Elektrolux – AEG in Augsburg, Gloria in Wadersloh, Karmann in Osnabrück und Rheine. Sie alle sind mit besten Verkehrsanbindungen bedient, und wohin siedeln die Firmen um? Nach Osteuropa.

Nicht neue Straßen, sondern mehr als 80 Prozent weniger Produktionskosten mit entsprechender Gewinnsteigerung, das führt vielleicht zu neuen Arbeitsplätzen. In Zeiten steigender Energiekosten, kletternder Sozialabgaben und folglich immergeringer werdende, Familienbudgets ist eine Umwelt des Erlebens und Erholens unmittelbar or unserer Haustür wichtiger als eine dreispurige Autostraße für Wirtschaftsemigranten und Mautflüchtlinge.

Bilderbücher für unsere Kinder und Enkelkinder über unsere Heimat, wie sie im Jahr 2000 noch war, wollen wir uns ersparen. Darum: „Wehret den Anfängen“!

 

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Stand: 27. Juli 2006