Westfälische Nachrichten 04-05-2017

 

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FWG macht gegen B 64n mobil

BEElEN. Die Freien Wähler in Beelen machen gegen die geplante B 64n mobil. Vor allem der dreispurige Ausbau stößt ihnen sauer auf. Per Ratsbeschluss will die FWG die frühere Position der Gemeinde zur Bundesfernstraße kippen. Und die Chancen dafür sind nicht schlecht.

Denn zusammen mit den Grünen haben die Freien Wähler im Beelener Rat die Mehrheit - und die Grünen lehnen die B 64n seit jeher ab.

Am 11. Mai soll der Rat jetzt erneut entscheiden. In ihrem Antrag weist die FWG darauf hin, dass die geplante Bundesfernstraße im 2+1-Ausbau-Verfahren keine Ortsumgehung im eigentlichen Sinne ist, sondern das Ziel hat, die Verbindung zwischen den Oberzentren Münster und Bielefeld zu verbessern. Eine solche Straße würde zwangsläufig auch für Beelen eine wesentliche Erhöhung des Verkehrs bedeuten, insbesondere in den Ortsrandlagen. "Das ist keine Verbesserung für Beelen, sondern nur eine Verlagerung der Verkehrsprobleme an den Ortsrand", unterstreicht Matthias Nüßing, Fraktionsvorsitzender der FWG. "Wir können mit einer Umgehungsstraße wie in Everswinkel und Sassenberg leben - aber dieser Trümmer hier ist für Beelen keine Lösung."

Die Umsetzung des Projekts B 64n habe außerdem einen enormen Flächenverbrauch für Beelen zur Folge (45 Hektar für 4,5 Kilometer Straße). Das schade der Landwirtschaft. Auch eine Trasse in sieben Metern Höhe sei nicht akzeptabel.

"Die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Bundesfernstraße schont weder Mensch noch Natur. Schlimmer noch, der Straßenneubau bringt steigende Verkehrs-, Lärm- und Schadstoffbelastung mit sich", halten die Freien Wähler fest.

Sie weisen ferner darauf hin, dass die Zahlen der Verkehrsprognosen nicht erreicht worden sind. So zählte man Mitte der 90-er Jahre je nach Streckenabschnitt 14 000 bis 19 000 Fahrzeuge täglich und rechnete mit einer Verkehrszunahme um 20 Prozent bis zum Jahr 2010 (16 800 oder 22 800 Kfz täglich). Tatsächlich aber sei der Verkehr rückläufig. Laut Bundesamt für Statistik habe Beelen im Jahr 2015 je nach Streckenabschnitt ein Verkehrsaufkommen von 8 700 beziehungsweise 9 100 Fahrzeugen pro Tag.

Einen anderen Blick auf die Verkehrslage hat Reinhard Sendker (CDU). Der Bundestagsabgeordnete, der für den Ausbau der B 64 kämpfte, spricht davon, dass sich Ausweichverkehre gebildet haben. Die 2+1-Ausbauweise sei im Gesetz festgeschrieben. "Jetzt ist das Land am Zug. Die Planungen müssen umgesetzt werden."

Stellt sich nur noch die Frage, ob das Land diese Planungen zügig vorantreiben wird, wenn der lange beschworene Konsens in der Region futsch ist. Eine Antwort darauf bleibt auch Christian Müller, Abteilungsleiter Planung von Straßen NRW, schuldig: "So einen Fall hatten wir noch nicht. Wir warten jetzt ab, was am 11. Mai passiert und setzen uns dann noch mal mit dem Ministerium in Düsseldorf an einen Tisch."

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Stand: 23. April 2017