IWS

Interessengemeinschaft Warendorf-Süd

Westfälische Nachrichten 16-03-2006

Home
IWS Neuigkeiten
Termine
Wir über uns
IWS Aktiv
Presse
Karten
Visualisierung
Archiv
Zusammenarbeit

 

    Führten miteinander ein Gespräch über die B 64n-Planung v. l. n. r.  die Mitarbeiter des NRW-Verkehrsministeriums Referent Sven Körner und Referatsleiter Albert Braun sowie die IWS-Vorstandsmitglieder Udo Gohl, Wilhelm Thumel und Albert Leendertse.

 

IWS besuchte die Straßenplaner

Die IWS-Vorstandsmitglieder Udo Gohl, Albert Leendertse und Wilhelm Thumel besuchten kürzlich das NRW-Verkehrsministerium. Das Gespräch, das sie dort mit den zuständigen Ministerialbeamten führten, stand im Zusammenhang mit Äußerungen von Minister Oliver Wittke am 13.11.2005 im Westdeutschen Fernsehen.

 Es kommt nicht alle Tage vor, dass der straßenbaufreudige Verkehrsminister einerseits und die straßenbaukritische Bürgerinitiative IWS andererseits im selben Film dasselbe Anliegen vertreten - wenn auch sicherlich aus höchst unterschiedlichen Beweggründen. Die IWS hätte darum auch bei ihrem Düsseldorf-Besuch gerne den Minister persönlich beim Wort genommen. Aber der konnte aus Zeitgründen an dem Gespräch nicht teilnehmen.

Thema des Fernsehbeitrags, in dem sowohl der Minister als auch die IWS zu Wort kamen, war der aufwändige Bau von Ortsumgehungen. Minister Wittke sprach sich klar für die Absenkung des Ausbaustandards aus, wie er sich auch schon im August 2005 anlässlich der Freckenhorster CDU-Wahlkampfveranstaltung gegen „Leuchtturm-Projekte“ gewandt hatte und damals forderte, beim Bau von Ortsumgehungen müsse auch über Standards geredet werden. „Statt planfreier Kreuzungen mit teuren Brücken reicht oft ein Kreisverkehr“, wurde der Minister zitiert. Der WDR machte sich in dem erwähnten Fernsehbeitrag ein Anliegen des Bundesrechnungshofes zu Eigen, der im Oktober 2001 am Beispiel der B 64n-Planung ebenfalls die zu aufwändige Planung von Ortsumgehungen moniert hatte.  

Gespannt, jedoch ohne große Illusionen fuhren die IWS-Mitarbeiter nach Düsseldorf mit dem Ziel, den hehren Ministerworten auf den Grund zu gehen. Laut Protokoll des Ministeriums fand der Meinungsaustausch „in sachlicher Atmosphäre“ statt, wenn auch von beiden Seiten die unterschiedlichen Standpunkte klar herausgestellt wurden, heißt es in einer Pressemitteilung der IWS.  

Die sachkundigen Gesprächspartner waren Referatsleiter Albert Braun und Referent Sven Körner. Es zeigte sich schnell, dass bei den Ministerialbeamten wenig von den Maßhalteappellen des Ministers zu spüren war, zumindest in Bezug auf die B 64n. Denn die ist - aus der Sicht der Planer ganz selbstverständlich - nach wie vor als durchgehende Schnellstraße projektiert, so wie es auch die Unternehmerinitiative „B 64 Plus“ in diesen Tagen immer wieder fordert.  

Gleichwohl war dies eine gute Gelegenheit, an namhafter Stelle die Bedenken der IWS zur B 64n-Planung vorzubringen. Auffällig war die unterschiedliche Bewertung der Auswirkungen des Straßenbauprojekts. Während für die Planer – laut Protokoll - neben den Interessen der Wirtschaft der „Schutz von Natur und Landschaft einerseits“ und „des Menschen und seines Eigentums andererseits“ maßgebend sind, thematisierten die IWS-Vertreter im Gegenteil die große Bedrohung sowohl für den Menschen in seiner Wohn- und Lebensqualität als auch für Natur und Landschaft.  

Thema des Gesprächs waren selbstverständlich auch Funktion und Dimension der geplanten Straße. Es verstärkte sich der Eindruck, dass die Planung nahezu ausschließlich an überregionalen Interessen orientiert ist, die Auswirkungen vor Ort (Entlastungs- und Belastungsfragen) dagegen für die Planer von sekundärer Bedeutung sind. Dem Referatsleiter, obwohl ansonsten bestens informiert, war zum Beispiel nicht bekannt, dass die Straße durch die Waldung „Landratsbüsche“ und durch die Bauerschaft Vohren in Dammlage geführt werden soll.  

Die IWS möchte sich als Quintessenz ihres Düsseldorf-Besuchs der Meinung des WDR anschließen. Der zog nämlich in Anbetracht der Redeweise des Münsteraner Chefplaners Michael Heinze am Ende des Films den Schluss: Wenn es der Minister mit der Absenkung der Ausbaustandards wirklich ernst meint, dann muss er „bei seinen Straßenplanern erst noch ein Machtwort sprechen“.

 

IWS Neuigkeiten ] Termine ] Wir über uns ] IWS Aktiv ] Presse ] Karten ] Visualisierung ] Archiv ] Zusammenarbeit ]

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: iws@b64n-nein.de  
Copyright © 2001
Stand: 22. März 2006