Westfälische Nachrichten 27-03-2007

 

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Kein Bedarf für diese Kraftfahrstraße 

(Leserbrief IWS-Sprecher Rolf Röhling)

Die vor Kurzem vom Kreis Warendorf vorgelegten Daten zur Bevölkerungsentwicklung (vgl. WN vom 21.03.) kommen einem Erdbeben gleich. Es wird erwartet, dass nach einer relativen Konstanz bis zum Jahre 2020 in den darauf folgenden 40 Jahren die Einwohnerzahl des Kreises Warendorf um sage und schreibe 23 % (= 65.000 Einwohner) sinken wird. Zweifel an diesen Zahlen erübrigen sich aber, decken sie sich doch mit den Prognosen für das Land und den Bund, die ebensolche Entwicklungen beinhalten. Wenn auch die Entwicklung von Ort zu Ort unterschiedlich verlaufen dürfte, ist der Trend insgesamt eindeutig: Es wird künftig eine deutlich geringere und ältere Bevölkerung geben.  

Es ist erfreulich, dass die Kreisverwaltung eine Vielzahl von Handlungsschwerpunkten entwickelt hat, zu der auch die Mobilität zählt. Es besteht die Chance, Mobilitäts- und Verkehrspolitik für die Zukunft zu gestalten. Hierzu sind aber die im Einsatz befindlichen veralteten Denkmuster zu entsorgen. Hohe Priorität genießt die Sicherstellung der Mobilität der zahlreicher werdenden älteren Bürger, insbesondere durch einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr. Absolut unverzichtbar ist aber auch insbesondere darüber nachzudenken, ob angesichts der langfristigen Entwicklung eine mehrspurige B 64n-Kraftfahrstraße (verharmlosend "Umgehungsstraße" genannt) verantwortet werden kann. Die Argumente der Planer lösen sich zusehends in Luft auf. Nicht nur, dass die an die Wand gemalten Verkehrszunahmen in den letzten Jahren gar nicht eingetreten sind; langfristig ist der Bedarf für solch eine überdimensionierte Straße nach den vorgenannten Prognose überhaupt nicht mehr erkennbar.  

Die Bevölkerungsprognosen sollten allen Verantwortlichen Anstoß sein, ihre nicht mehr haltbaren, vom Geist der Vergangenheit geprägten Planungen zu überdenken. Wozu sollen wir heute wertvolle Natur- und Kulturflächen zubetonieren, wenn in 50 Jahren unsere Kinder darüber lamentieren, für eine verfehlte Verkehrspolitik auch noch die Zeche zahlen zu müssen?

 

 

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Stand: 29. August 2016